Geheimnisse für ein langes Leben – Anita Sprenger

Geheimnisse für ein langes Leben

Es gibt gewisse Gebiete auf der Welt, wo sehr viele 100 und über 100-jährige gesund und vital leben.

Interessant ist für mich dabei, dass diese älteren Menschen ein Leben führen, das ich in meinem Programm anbiete. Ein Programm für gesunde Ernährung, natürliche Bewegung und Stressabbau.

Dabei essen sie regionale, frische Kost und keine industriell hergestellten Nahrungsmittel. In jedem dieser Gebiete wachsen landestypische, gesunde Lebensmittel. Zitrusfrüchte z.B. wachsen in warmen Ländern, weil sie den Körper kühlen. Hier bei uns wachsen Äpfel und Birnen, weil sie den Körper wärmen.

Wir müssen auch keine „Superfoods“ aus exotischen Ländern importieren, denn auch wir haben unsere Superfoods. Acai-Beeren aus Brasilien z.B., werden wegen ihrem hohen Gehalt an Antioxidantien gelobt. Unsere Heidelbeeren und Sauerkirschen haben aber mehr Antioxidantien.

Ich möchte hier und heute auf die Geheimnisse eingehen, wieso gerade diese alten Menschen so lange gesund und vital bleiben.

Sie bewegen sich natürlich. Sie kennen kein Fitnessstudio, sondern laufen viel, steigen Treppen, wandern, arbeiten im Garten oder als Schäfer, fahren Fahrrad usw.

Sie essen 20% weniger, weil sie wissen, dass das Sättigungsgefühl erst nach 20 Minuten eintritt.

Sie essen u.a. mindestens ½ Kilo Gemüse täglich.

Sie trinken täglich ein kleines Glas Rotwein, nicht mehr.

Sie haben ein Ziel, eine Leidenschaft, einen Sinn im Leben. Sie helfen in örtlichen Vereinen, bei der Essensausgabe an den Schulen und unterstützen sich gegenseitig.

Sie meditieren, beten, wandern, malen, tanzen. Sie tun etwas, was ihnen Frieden und innere Ruhe gibt, und das täglich, nicht nur am Wochenende.

Sie gehören einem Verein oder einer Gruppe an. Sei das der Strickkreis, Gymnastikgruppe, Kochgruppe, Wandergruppe, was auch immer. Männer sitzen im Café, spielen Karten oder Brettspiele und machen ihre Spässchen. Frauen treffen sich zum gemeinsamen Brotbacken, Gemüse richten und tauschen den neusten Klatsch aus. Sie kennen sich schon lange und so gut, dass es schon als intim bezeichnet werden kann. Diese Gruppen sind ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Sie stellen ihre Liebsten an erste Stelle. Auch wenn der Partner tot ist. Sie trauern, sind aber auch dankbar für die gemeinsame Zeit und die Liebe, die sie erfahren durften.

Sie sind das Oberhaupt der Familie. Sie werden nicht ins Altersheim abgeschoben, sondern leben mit ihren Familien. Alle kümmern sich um sie und sie werden respektiert, verehrt und gebraucht. Die Generationen lernen und profitieren voneinander. Die Enkelkinder kommen nach der Schule vorbei, um sie zu grüssen und zu erfahren, ob es ihnen gut geht, fragen, ob sie was brauchen, ob sie ihnen etwas abnehmen können.

Diese Geheimnisse bringen mich zum Nachdenken. Lebten unsere Ahnen nicht auch so, mehr oder weniger? Haben wir verlernt, wie es geht, ein gesundes und vitales Leben zu führen?