Ernährung – Anita Sprenger

Ernährung

Die gesunde Ernährung basiert im besten Fall auf artgerechte Nahrung und gibt dem Körper all die Nährstoffe, die er braucht. Nicht umsonst heisst es: «Ernährung ist die beste Medizin». Sie kann Krankheiten heilen oder einen gesunden Körper dauerhaft gesund erhalten.

Der Körper hat sich seit Anbeginn des Menschen nur unwesentlich verändert. Das bedeutet, dass unsere Organe genauso arbeiten, wie zur Zeit der ersten Menschen. Daher kann er mit gewissen Lebensmitteln, wie z.B. Milch und deren Produkte oder Weizen gar nicht oder nur reduziert umgehen. Ich werde in einem der nächsten Beiträge (Unverträglichkeiten) näher darauf eingehen.

Eine gesunde Ernährung besteht aus biologischen Lebensmitteln wie, Gemüse, speziell grüne Gemüse, Obst, Kräuter, Algen, Hülsenfrüchten, Ölsaaten, Nüsse und gekeimte Samen, Fleisch von Tieren aus Weidehaltung und Bio-Qualität, Fische aus Wildfang, Bio-Eiern, Bio-Geflügel, Wildfleisch, hochwertige Öle, reines stilles Wasser und Kräutertees, Kristall- und Steinsalz.

Die moderne Ernährung ist meilenweit von der gesunden Ernährung entfernt. In der obigen Aufzählung fehlt Dir so gut wie alles was Du liebst und hast das Gefühl, dass Du gar nichts mehr essen kannst? Dem ist natürlich nicht so. Es gibt viele gesunde und schmackhafte Alternativen.

Die moderne Ernährung besteht meist aus industriell hergestellten Nahrungsmitteln und aus konventioneller Landwirtschaft.

Was ist so schlimm an industriell hergestellten Nahrungsmitteln? Lies die Inhaltstoffe auf der Rückseite eines gekauften Produktes. Kannst Du sie aussprechen? Kann es natürlich sein? Wohl eher nicht. Die Nahrungsmittelindustrie ist am Gewinn interessiert und benutzt daher billige Rohstoffe, wie z.B. Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker (Glutamat), Süssstoffe, Emulgatoren etc. Beispiele dafür sind: Fertigsaucen, Fertigsuppen, Süssigkeiten, Kuchen, Gebäck, Fertigdesserts, Knabberartikel, Kekse uvm. Ausserdem werden billige Fette und viel Zucker als Geschmacksträger hinzugefügt, sowie Kochsalz, dem jeder Mineralstoff fehlt. Es ist bisweilen schon absurd, was in einem Nahrungsmittel verarbeitet wird. Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten auf bestimmte Lebensmittel haben es zunehmend schwer. Andererseits kann man es als Chance ansehen, sich gesund zu ernähren.

Dazu kommt, dass die Nahrungsmittelindustrie auch hauptsächlich Rohstoffe aus konventioneller Landwirtschaft verarbeitet. In der heutigen Landwirtschaft überwiegen weitläufige Monokulturen. Am Leben erhalten werden können sie nur mit synthetischen Düngemitteln und giftigen Unkraut-, Pilz- und Insektenvernichtungsmitteln. Mit Chemikalien kommen schon die Samenkörner in Kontakt. Saatgut wird heute von Chemiekonzernen geliefert, mit den dazugehörenden chemischen Spritzmitteln. Darunter leiden unsere Böden und liefern weit weniger Nährstoffe als vor 40 Jahren.

Durch gezielte Zuchtmethoden, werden dem Gemüse, Obst und Salat, die wichtigen Bitterstoffe entzogen. Bitterstoffe braucht z.B. die Leber zur Entgiftung und zur körpereigenen Abwehr. Die Gemüse, Früchte und Salate müssen heute optisch überzeugen und gut lagerfähig sein. Ein hoher Vitalstoff- und Mineralstoffgehalt ist nicht im Interesse der Erzeuger.

Nicht besser sieht es in der Massentierhaltung aus. Tiere werden nicht mehr artgerecht ernährt und gehalten. Wichtig ist, dass die Milchkuh immer mehr Milch abgibt und schneller zur Geschlechtsreife heranwächst. Überzüchtete Milchkühe leiden unter chronischen Euterentzündungen und wegen des hohen Eutergewichts an chronischen Gelenkentzündungen. Ein weiterer züchterischer Erfolg ist, dass die Milch, gegenüber früher, 6% mehr Fett enthält. Leider führt dies bei den Kälbern zu Dauerdurchfall. Deswegen werden sie, sobald es geht, mit Kunstmilchnahrung gefüttert. Leider bekommen sie jetzt erst recht Dauerdurchfall, einer des häufigsten Krankheiten im Kälberstall. Das wiederum führt zum Einsatz von synthetischen Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten. Leiden müssen die Kälber desshalb, weil die Kuhmilch nicht mehr für sie, sondern für den Menschen zur Verfügung steht.

Antibiotika, Mittel gegen Parasiten, Hormone, Psychopharmaka und Schmerzmittel sind Alltag in den Ställen. Was für Milchkühe und Kälber gilt, gilt auch für Fleischrinder, Schweine, Legehennen etc.

Das Produkt muss billig sein. Der Mensch isst die verabreichten Medikamente und Hormone mit dem Fleisch mit, denn nicht selten befinden sich Rückstände im Fleisch. Antibiotikaresistenzen nehmen zu, so dass sich Ärzte weltweit Sorgen machen (auch, weil den Menschen zu viele Antibiotika verschrieben werden). Hormone, die wir durch den Verzehr einnehmen, mischen unseren Hormonhaushalt auf.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier von Massentierhaltung spreche und nicht von Bio-Betrieben oder Kleinbauern, denen ihre Tiere am Herzen liegen und auf eine artgerechte Haltung und Ernährung achten.

Es wäre für den Menschen besser weniger, dafür qualitativ hochwertige tierische Lebensmittel zu essen.

In den nächsten Beiträgen gehe ich auf die Bestandteile der Lebensmittel (Fette, Eiweisse, Kohlenhydrate) im Einzelnen ein und erkläre, was sie im Verdauungstrakt und im Körper allgemein bewirken und welche Aufgabe sie erfüllen.